Teufelsbad Fachklinik Brunnen

10|17 Aktiv mit Bewegungstherapie gegen Osteoporose - Chefarzt Alexander Kononski im Interview

Am 20.10.17 wird der Welt-Ostoporose-Tag zum 21. Mal begangen. Alexander Kononski, seit dem 1.8.2017 Chefarzt des Bereichs Orthopädie in der Celenus Teufelsbad Fachklinik Blankenburg räumt der Behandlung dieser Krankheit einen wichtigen Stellenwert ein. Hierzu beantwortete er einige Fragen und nutzte die Möglichkeit sich persönlich vorzustellen.

 

Herr Kononski, Sie sind nun seit gut 2 Monaten Chefarzt der Orthopädie in der Celenus Teufelsbad Fachklinik. Warum haben Sie sich für die Teufelsbad Fachklinik als neues Tätigkeitsfeld entschieden? Welche Tätigkeiten haben Sie vorher ausgeübt?

 

Ein Kollege gab mir den Hinweis, dass die Teufelsbad Fachklinik einen Chefarzt sucht. Daraufhin habe ich mich beworben und hatte anschließend ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch. Diese renommierte Klinik war und ist für mich sehr interessant. Ich hatte bereits im Vorfeld schon von dem ausgezeichneten Ruf der Teufelsbad Fachklinik als Fachzentrum für Orthopädie und Rheumatologie erfahren.

 

Meine Wurzeln stammen aus Weißrussland, ich habe dort auch studiert und war 2 Jahre als Arzt tätig. Im Jahre 1999 kam ich nach Deutschland und darf somit auf eine knapp 19-jährige ärztliche Karriere zurückblicken. Im Verlauf meines beruflichen Werdegangs erlangte ich in zahlreichen Kliniken innerhalb von Ostwestfalen, Südniedersachsen sowie Nordhessen umfangreiche orthopädische und unfallchirurgische Erfahrungen.

 

Zuletzt arbeitete ich als Chefarzt einer Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie am Rande des Teutoburger Waldes in Nordrhein-Westfalen.

 

Was sind die wichtigsten Ziele ihrer Tätigkeit in der Celenus Teufelsbad Fachklinik? 

 

Insbesondere eine konstruktive und gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen allen Berufsgruppen. Wichtig ist mir, dass sich das Teufelsbad als medizinisches Fachzentrum mit einem überregionalen  Wirkungskreis weiterentwickelt und als ein sicherer zukunftsorientierter Standort besteht. Ebenso habe ich erkannt, dass die Klinik ein wichtiger Wirtschaftsfaktor mit vielfältigen sozialen Aufgaben in dieser Region ist. Ich schätze das bisher Erreichte in der Klinik als sehr hoch ein.

 

Anlässlich des Weltosteoporose-Tages am 21.10. haben Sie sich mit der aktiven Bewältigung der Krankheit genauer beschäftigt. Was ist Osteoporose überhaupt?

 

Osteoporose ist eine systemische, weit verbreitete Erkrankung des muskulo-skelettalen Systems. Jede dritte Frau und jeder siebte Mann über 50 Jahre ist betroffen. Knochenbrüche als häufigste Komplikation dieser Erkrankung, Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Diagnostik, Behandlung und vor allem die Vorbeugung der Osteoporose sind brennende Themen, welche nicht nur im orthopädischen, sondern auch im hausärztlichen Alltag einen besonders wichtigen Stellenwert einnehmen.

 

Wie kann Osteoporose in der Teufelsbad Fachklinik erfolgreich behandelt werden?

 

Die erfolgreiche Behandlung der Osteoporose und die mit ihr verbundenen Beschwerden des Bewegungsapparates erfordern einen ganzheitlichen und individuellen Einsatz von ärztlichen, psychologischen sowie physiotherapeutischen und pflegerischen Maßnahmen. Die Celenus Teufelsbad Fachklinik mit den Bereichen Orthopädie, Rheumatologie und Onkologie, als Gesundheitsstandort mit langer Tradition, bietet zahlreiche therapeutische Möglichkeiten im Rahmen eines ambulanten oder stationären Aufenthalts. Eine komplexe Osteoporosetherapie in der Celenus Teufelsbad Fachklinik basiert auf einem bio-psycho-sozialen, systemischen Ansatz und ermöglicht vor allem den Patienten die eigenen heilenden Reserven wiederzuentdecken und nachhaltig zu fördern.

 

Welche Art der Behandlung ist für Osteoporose in einer modernen Rehaklinik am besten geeignet?

 

Eine mehrdimensionale und interdisziplinäre rehabilitative Behandlung ist erforderlich. Hier spielt unsere Fachklinik als Zentrum für eine ganzheitliche konservative Osteoporosetherapie eine tragende überregionale Rolle. Die hier bestehenden Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung der Osteoporose basieren auf einem gemeinsam entwickelten und beschwerdeorientierten Angebot aus fachärztlichen, krankengymnastischen, psychologischen und ernährungsmedizinischen Komponenten. Wir implementieren die therapeutischen Empfehlungen des Dachverbands Osteologie e. V. (DVO-Leitlinie Osteoporose) aktiv in unseren klinischen Alltag. Hierbei sind sechs tragende Säulen der Osteoporose-Therapie zu beachten: Bewegung, Medikamente, Ernährung, Schmerz-Therapie, Sturzprävention und Selbsthilfe. 

 

Mit welchen der von Ihnen erwähnten therapeutischen Möglichkeiten können Patienten aktiv auf die Osteoporose Einfluss nehmen? 

 

Besondere Aufmerksamkeit widme ich der Bewegungstherapie. Einer der häufigsten Irrtümer über Osteoporose ist die Vorstellung, dass Bewegung als Risikofaktor für die osteoporotisch-bedingten Knochenbrüche verantwortlich ist. Die Vermutung ist grundlegend falsch und darf nicht von Patienten und ihren Familienangehörigen außer Acht gelassen werden. 

Selbstverständlich sollte die Anpassung der Bewegungstherapie entsprechend den Schweregraden der Osteoporose erfolgen. Dabei gehört kontinuierlicher Kontakt zwischen Patienten und dem therapeutischen Team zum Alltag einer erfolgreichen Osteoporosebehandlung.

 

Kann aktive Bewegung und Muskelaufbau Osteoporose vorbeugen?

 

Bereits die seit dem 19. Jahrhundert durchgeführte zahlreiche, klinische Studien beweisen eine untrennbare Verbindung zwischen Kraft und Masse der Muskeln und der Knochenmasse in unserem Körper sowie eine tragende und selbstregulierende Rolle in diesem anatomischen eng verbundenen System. Die Förderung der Bewegung der Patienten mit Muskelkraftsteigerung und Propriozeptionstraining spielt bei der Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose eine führende Rolle. Bei zunehmendem Verlust an Muskelkraft und Koordinationsfähigkeit steigt das Risiko von Stürzen und einer entsprechenden Gefahr von knöchernen Verletzungen, was summierend zum drastischen Verlust von Mobilität und Lebensqualität führen kann. Die klinischen Untersuchungen beweisen, dass im Rahmen des regelmäßigen Muskelkrafttrainings Kraft und Masse der Muskulatur auch im hohen Alter weiter verbessert werden kann. Hierbei wird die Basis der Fähigkeit zur Selbstversorgung der Osteoporosepatienten enorm unterstützt.

 

Aber genügt Bewegung allein?

 

Selbstverständlich darf man die Rehabilitationsziele von Patienten mit Osteoporose nicht nur auf bewegungsorientierte Maßnahmen reduzieren. Die angepasste und konsequent geführte medikamentöse Behandlung, die generelle Optimierung der Lebensqualität und Unabhängigkeit im Alltag sowie die Schmerz- und Sturzreduktion, insbesondere die Bekämpfung des Gefühls der tiefen Verunsicherung bei Osteoporose-Patienten und ihren Familienmitgliedern sind ebenso wichtige Aufgaben eines Reha-Teams.

 

Ich danke Ihnen für das Gespräch.

 

Text: J. Grezes


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